Leider vergeblicher Protest: SPD und Grüne ziehen Kühne-Oper durch
Am Ende des Tages waren alle Bemühungen vergebens: Die Hamburger Bürgerschaft beschloss, das „Geschenk“ Klaus-Michael Kühnes anzunehmen und auf dieser Grundlage am Baakenhöft eine neue Oper zu bauen. Allein die Fraktion der LINKEN argumentierte und stimmte gegen dieses Ansinnen. Die Senatsparteien holten dabei groß aus: Dieser Beschluss stünde für die Zukunftsorientiertheit der Stadt – der Kultursenator bemühte dabei gleich einen Zeitraum von „Jahrhunderten“ – , während die Kritiker nur vergangenheitsorientiert dächten. So begeisterten sie sich an sich selbst, vielleicht auch in der Ahnung, dass es das braucht, um die zahlreichen Einwände und Kritiken vollständig übergehen zu können. Ein NDR-Kommentar gibt ein Bild dafür ab, wie das funktioniert: Auch er, der Kommentator, habe viele Fragen und Einwände gehabt, aber der Entwurf des Baus sei ein „Gamechanger“, so was Begeisterndes! So wenig also braucht es, um kritischen Verstand auszuschalten.
Parallel zur Bürgerschaftssitzung am 26. November protestierten mit uns knapp 100 Menschen gegen dieses Vorgehen der Stadt und bezogen sich dabei insbesondere auf die NS-Herkunft des Grundstocks des Kühne’schen Vermögens, Kühnes Weigerung, diese Geschichte aufarbeiten zu lassen und Verantwortung zu übernehmen und auf die Bereitschaft des Hamburger Senats, dieser Weigerung die Hand zu reichen, wenn denn ausreichend Geld winkt. 
In den beiden, von „Tuten & Blasen“ wunderbar gerahmten Wortbeiträgen der Kundgebung zeichneten Conni Kerth und Ulrich Hentschel die Gründe für unseren Protest nach. Hier ein kurzer Bericht des Hamburg-Journals dazu, auch andere Medien berichteten, wie z. B. die elbvertiefung, der Newsletter der ZEIT.
Um symbolisch zu verdeutlichen, was der Senat hier tut, haben wir eine Gedenktafel entworfen und an dem zukünftigen Platz der Kühneoper angebracht. Es darf weder vergessen noch übertüncht werden, welches Geschäft der Senat eingegangen ist und auf welchem finanziellen Fundament seine Pläne ruhen.
Schon am Vormittag wurde der Bürgerschaft eine von fast 10.000 Menschen unterzeichnete Stellungnahme überreicht. Aber auch sie hatte keinen Einfluss mehr auf den Ausgang der Debatte.
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