Apartheid, Siedler-Kolonialismus, ethnische Säuberungen

Apartheid, Siedler-Kolonialismus, ethnische Säuberungen

Auch im kirchlichen Milieu nehmen Stellungnahmen und Aktivitäten zu, die von klassischen antisemitischen Verschwörungs-Phantasien bis zur obsessiven Feindschaft gegen Israel reichen. Aus diesem Anlass veröffentlichte die “Evangelische Stimmen” – eine Zeitschrift der Nordkirche – in der aktuellen Ausgabe 5/22 den folgenden Beitrag von Ulli Hentschel.

Welche Bedeutung haben die unterschiedlichen (deutsch-) kirchlichen Positionen zu Israel und Palästina für die reale Politik in Nahost? Vermutlich ist sie sehr gering. Denn die Regierungen Israels sind ganz pragmatisch von dem Interesse geleitet, die ständige Bedrohung der Existenz Israels abzuwehren. Dafür sind Deutschlands Waffenlieferungen von erheblich größerer Bedeutung als innerdeutsche Debatten. Erst wenn diese dazu führen könnten, dass die bisherige deutsche Unterstützung für Israel gefährdet sein könnte, wird es brenzlig. Danach sieht es aber derzeit nicht aus und darum könnte man die unzähligen besserwisserischen Vorschläge, Belehrungen und Strategien für eine israelische Politik nach deutschem Geschmack auch ignorieren.

Andererseits offenbaren sich in vielen gut gemeinten Überlegungen und Aktionen zu Solidarität mit den Palästinensern Analysen und Obsessionen, die ich für falsch und gefährlich halte.

Ich muss aber gleich einen selbstkritischen Vorbehalt machen: als linker und evangelischer Schüler in einem konservativen und katholischen Umfeld war ich begeistert von den Kibbuzim in Israel, in denen Egalität, Freiheit und Bescheidenheit praktiziert wurden. Das änderte sich fast schlagartig nach dem Sechstagekrieg zwischen Israel und seinen mächtigen arabischen Nachbarstaaten 1967 und der folgenden Besetzung einiger Nachbarregionen (vor allem Westjordanland und Gaza Streifen) durch Israel.[1] Mein Gerechtigkeitsempfinden und meine Sympathie für „die Schwachen“ (ver-)führten mich zu einer heftigen Ablehnung Israels als einer zionistischen Macht. Ich stand mit dieser Haltung nicht allein, sondern war Teil einer breiten Anti-Israel-Bewegung auch in den evangelischen Studentengemeinden, die sich nur fraktionierte in die Unterstützung konkurrierender palästinensischer Widerstandsorganisationen. Und schon damals waren Assoziationen und Gleichsetzungen mit dem Nationalsozialismus verbreitet. Die deutsche Schuldgeschichte entlastende Parolen wie „Endlösung der Palästinenserfrage“ und „totaler Krieg“ führten aber zu scharfen Auseinandersetzungen in der Linken und weniger heftig, eher verdeckt im ÖRK-orientierten Flügel des Protestantismus. Auch ich musste lernen, Israel nicht als Projektionsfläche weder für emanzipatorische Hoffnungen (Kibbuzim) noch für Relativierungen der deutschen Schuld (Gaza als „neues KZ“) zu nutzen. Warum aber, so frage ich, haben sich bei vielen Menschen und Gruppierungen auch im linken und liberalen Protestantismus diese damaligen Einstellungen noch zugespitzt und verhärtet?

Nur vier aus einer Fülle von Beispielen:

1.

Im Sommer 2021 beschloss die Evangelische Akademikerschaft in Deutschland (EAiD) eine „Verlautbarung zum Konfliktfeld Israelkritik und Antisemitismusvorwurf“[2]. Anlass waren „Denk- und Redeverbote“, die Verweigerung oder das Verbot von Veranstaltungen, wenn sie „die völkerrechtswidrige Besetzung palästinensischer Gebiete durch Israel und eine Verletzung der Menschenrechte“ zum Thema hatten. Es gebe auch „Denk- und Redeverbote“.  Betroffen war auch die EAiD. Beispiele werden nicht genannt. Mir jedenfalls ist kein Beispiel bekannt, wo irgendjemand, auch nicht evangelischen Akademikern Denk- und Redeverbote erteilt worden wären. Es gab und gibt die Verweigerung von öffentlichen Räumen für bestimmte Veranstaltungen, über die jeweils auch breit berichtet wurde. Ich halte diese Verweigerungen für falsch, weise aber darauf hin, dass Gruppen und Initiativen in diesem Land immer wieder die Erfahrung von Raum- Verweigerungen machen. Von einem Protest der evangelischen Akademiker war da aber nichts zu hören. Pastor i. R. Rolf Freudenberg, der Initiator der Verlautbarung, geht in einem erläuternden Artikel noch einen Schritt weiter und behauptet ernsthaft, dass „Kritik an politischem Handeln Israels öffentlich kaum stattfindet“.[3] Was treibt einen gebildeten Menschen zu diesem völlig faktenfernen Phantasma? Seit Jahrzehnten sind die Medien und Diskurse voll von Kritik an Israels Politik, und jedes deutsche Regierungsmitglied hat Israel-Besuche für eine Kritik an dessen politischem Handeln genutzt. Doch der evangelischen Akademikerschaft liegt größeres auf dem Herzen. In der Verlautbarung heißt es: „Gerade auf dem Hintergrund seiner historischen Schuld gegenüber den Juden trägt Deutschland eine besondere Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte, wo auch immer sie gefährdet sind.“ Im Klartext: der Holocaust verpflichtet und legitimiert Deutschland darauf zu achten, dass insbesondere der Judenstaat die Menschenrechte einhält. Das sei, so die Verlautbarung ganz hochgehängt, eine „verfassungsrechtliche Verpflichtung“.

Kaum interessiert ist die Evangelische Akademikerschaft dagegen an der Einhaltung der Menschenrechte durch die palästinensische Führung. Verweigerung von Wahlen und Unterdrückung der Meinungsfreiheit durch die PLO in ihrem Herrschaftsbereich, massive Unterdrückung jeglicher Opposition durch die Hamas im Gazastreifen – das alles sind in der Verlautbarung nur „kritikwürdige Anteile der palästinensischen Führung“, auf drei Seiten abgehandelt mit einer einzigen Zeile. Ganz verschwiegen werden der Vernichtungswille des iranischen Mullah-Regimes gegen Israel und die terroristischen Attacken der Hisbollah. Gewiss sind auch die evangelischen Akademiker damit nicht einverstanden. Sie gestehen Israel immerhin großzügig das „Recht zu einer Selbstverteidigung mit angemessenen Mitteln“ zu.  Aber das ist es auch schon. Die äußere und innere Bedrohung Israels ist vernachlässigenswert. Sie geht ja nicht von Juden aus.  Leider findet sich kein Hinweis, dass über diesen offenkundigen Widerspruch eine Debatte bei der Delegiertenversammlung stattgefunden hat. Ob sie noch kommen wird?

2.

Im September 2021 fand sich eine ganzseitige Anzeige des „Verlag Stiftung Hirschler“[4] im Deutschen Pfarrerinnen- und Pfarrerblatt, das monatlich den ca. 20.000 Mitgliedern des deutschen Pfarrverbandes ins Haus geschickt wird und damit eine große Reichweite hat.

In der Werbung für das Buch von Matthias Kröger „Was bleiben will, muss sich ändern“ und das Buch „Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel“, herausgegeben von Ulrich Duchrow, findet sich dieser bemerkenswerte Satz: „Wir müssen vielmehr auf die Geschichte unserer evangelischen Kirche von Martin Luther bis zu den deutschen Christen der Nazizeit blicken, um zu verstehen, was da passiert ist. Dass sich heute schon wieder (oder immer noch?) evangelische Pfarrer unerbittlich auf die Seite der „Sieger“ in Palästina stellen und Jesu Gleichnis vom barmherzigen Samariter missachten, bestätigt, dass ohne das Wissen um unsere Vergangenheit die Gegenwart nicht verstanden werden kann und wir die Zukunft nicht im Sinne Jesu gestalten können.“ Hier werden Pfarrer, die sich heute „unerbittlich“ auf die Seite des Judenstaates Israel stellen, in der Tradition der Deutschen Christen, die ideologisch und praktisch den nazistischen Antisemitismus unterstützt haben, verortet.[5] Die attackierten Pfarrer werden diese Gleichsetzung aushalten. Welcher Hohn aber für die Menschen, die von Hitlers deutschen Christen verfolgt worden waren, aber dann in Palästina/Israel überleben und leben konnten und können? Eine Zurückweisung der Anzeige mit diesem Text oder nachträgliche Selbstkritik durch das Pfarrerblatt gab es nicht, auch die protestantischen PfarrerInnen scheinen das einfach übersehen oder geschluckt zu haben.

3.

Eine bedeutende Rolle im anti-israelischen Diskurs spielt Professor Ulrich Duchrow, ein Protagonist und Wortführer der links-ökumenischen Bewegung vor allem im westeuropäischen Raum. Doch trotz aller theologischen und historischen Klugheit kommt er, wenn es um Israel und Palästina geht, zu törichten und faktenfernen Auslassungen. Wenn man seine Texte zu diesem Thema gelesen hat[6], kann man der Zusammenfassung von Alan Posener nur zustimmen[7]: Duchrow stellt die Behauptung auf, die „ursprüngliche zionistische Logik“ laute, „das Land von den Palästinensern zu reinigen – durch Zwangsumsiedlungen, Krieg und Mord“. Damit sei Israel viel schlimmer als der Apartheidstaat Südafrika, denn der sei nur „ausbeuterisch und unterdrückerisch“ gewesen. Israel aber wolle „die Menschen minderen Rechts komplett loswerden und die Übrigbleibenden gettoisieren wie in Gaza“. Israel sei „das Extrem der westlichen, kolonialistischen, kapitalistischen, imperialen, wissenschaftlich-technischen, gewalttätigen Eroberungskultur der letzten 500 Jahre“. Dabei weist Posener insbesondere auf die Wortwahl „reinigen“ hin, „in Anlehnung an den Nazi-Begriff ‚judenrein‘“. Dies solle auch „Begriffsstutzigen“ klarmachen: die Israelis seien die Nazis von heute.

Krieg, Mord, Getto, das Land von den Menschen reinigen, „ethnische Säuberung“[8] – als „Extrem der gewalttätigen Eroberungskultur der letzten 500 Jahre“ übertrifft Israels Politik noch den Nationalsozialismus. Um den antisemitischen Glutkern dieser Behauptung verdecken zu können, darf es für Duchrow keine Rolle spielen, dass Israel für hunderttausende von holocaustüberlebenden jüdischen Menschen ein Zufluchtsort war und ist.

Im Vergleich zu dieser mit Argumenten nicht mehr zu verhandelnden Obsession erscheint der Vorwurf der Apartheid gegen Israel schon fast harmlos und dumm. Apartheid in Südafrika bedeutete: kein Wahlrecht für ca. 80 % der Bevölkerung, Segregation („Rassentrennung“) im öffentlichen Raum, zum Beispiel Parkbänke, Schwimmbäder, Verkehrsmittel, Schulen, Zensur und Verbot oppositioneller Medien. In Israel sind alle Einwohner wahlberechtigt, die palästinensisch-arabische Minderheit hat eigene Parteien und ist derzeit sogar an der Regierung beteiligt. Die Presse in Israel ist so frei wie in keinem einzigen seiner Nachbarländer. Das alles wissen Duchrow und seine MitstreiterInnen natürlich. Die ebenso falsche wie eingängige Etikettierung Israels als Apartheid-Staat dient rein propagandistischen Zwecken und der Mobilisierung von Menschen, die sich hierzulande gegen die Apartheid engagiert hatten.

Eine klassische antisemitische Projektion wird schließlich von Marc Braverman, einem der Ko-Autoren von Ulrich Duchrow vorgetragen: „Palästina ist … ein politisches System globalen Ursprung und Ausmaßes, Außenposten weißer Vorherrschaft.“ Braverman, ein jüdischer Psychotherapeut aus Nordamerika, identifiziert im Kampf um Gleichheit und menschliche Würde als Feind „die neoliberale Agenda, die den Zionismus in Dienst genommen hat für den gegenwärtigen globalisierten Kapitalismus der Moderne, manifestiert in Ausbeutung, Kolonisierung und Völkermord in Afrika, Asien und beiden Amerikas“[9]. Der Zionismus als Instrument beim Völkermord – eine Abgrenzung zu dieser klassischen antisemitischen Verschwörungs-Fantasie ist bei Duchrow nicht zu finden.

4.

Ulrich Duchrow steht mit seinen Auslassungen gegen Israel nicht allein. Mit Bischöfin i.R. Bärbel Wartenberg-Potter, Bischof i.R. Eberhardt Renz, Prof. Jürgen Moltmann und Dr. Heino Falcke haben sich einige auch von mir geschätzte prominente TheologInnen dem „Schrei nach Hoffnung“ vom 1. Juli 2020 [10] angeschlossen, einer Verlautbarung des „Kairos Europa“. Darin heißt es: „Wir erklären, dass die Unterstützung der Unterdrückung des palästinensischen Volkes, sei es aktiv oder passiv, durch Schweigen, mit Worten oder Taten, Sünde ist. … Angesichts dieses Kairos sind wir uns des Glaubens- und Handlungsvermächtnisses derjenigen bewusst, die uns vorausgingen und mit dringlichen Krisensituationen konfrontiert waren. 1933 erklärte der deutsche Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, dass die Entrechtung der Juden durch das Nazi-Regime und der Eingriff des Staates in Religionsangelegenheiten den status confessionis für die Kirche bedeute.“ So mit Bonhoeffers Widerstand gegen die Verfolgung der Juden gewappnet sehen sich die AufruferInnen ermächtigt, ihrerseits zum Widerstand aufzurufen, diesmal gegen die Entrechtung der Palästinenser durch die Juden. Die Kirchen sollen sich verpflichten: „Das palästinensische Recht zum Widerstand gegen die Besatzung, Enteignung und Entzug ihrer Grundrechte zu bekräftigen und an die Seite der Palästinenser in ihrem kreativen und gewaltfreien Widerstand zu treten. Der palästinensische Aufruf zum Boykott, Desinvestition und Sanktionen (BDS) von 2005 bietet einen Rahmen für ökonomische, kulturelle und akademische Maßnahmen und für politische Interventionen als gewaltfreie Mittel, die Besatzung und Unterdrückung zu beenden…“

Warum, so fragte ich eingangs, haben sich gerade auch im linken und liberalen Protestantismus die israelfeindlichen Einstellungen noch zugespitzt und verhärtet? Die Frage ist nicht beantwortet. Wir wären aber schon einen wichtigen Schritt weiter, wenn die Dringlichkeit dieser Frage anerkannt würde.

 

Und hier noch eine Buchempfehlung:

Klaus Holz/Thomas Haury: Antisemitismus gegen Israel, Hamburger Edition 2021

Die Klassifizierung Israels als „Apartheid-Staat“ und damit die Übernahme eines zentralen Kampfbegriffes aller Israel – Feinde durch die renommierte Menschenrechts-Organisation „Amnesty International“ hat in jüngster Zeit zu heftigen Kontroversen geführt. Über kein Land und keinen Konflikt wird quer durch alle politischen und kirchlichen Lager so vehement gestritten wie über das ebenso kleine wie starke jüdische Israel. Dabei wiederholen sich die schon seit vielen Jahren vorgebrachten Argumente und Vorhaltungen. Klaus Holz und Thomas Haury gehen in ihrem Buch aus von der vor zwei Jahren aktuellen Kontroverse um den postkolonialen Theoretiker Achille Mbembe. Ist ihm eine Relativierung des Holocaust und damit Antisemitismus vorzuwerfen oder zielt dieser Vorwurf auf die Freiheit der Kritik im allgemeinen und der Kritik an Israel im besonderen?

Die Autoren verweigern sich aber einer vorschnellen Festlegung anhand der Kategorien der unterschiedlichen Definitionen von Antisemitismus. Diese seien zwar hilfreich für ein erstes Erkennen, aber nicht für ein tieferes Verstehen antisemitischer Einstellungen, denn: „Ein Katalog abprüfbarer Kriterien wird immer an der Komplexität des Antisemitismus scheitern und damit auch der politischen und normativen Bewertung in identitätspolitischen Kontroversen einen Bärendienst erweisen.“

Gleichwohl schlagen sie eine Definition von Antisemitismus vor, die sie in den folgenden Kapiteln zugrunde legen und dabei gleichzeitig auf ihre Erklärungsfähigkeit befragen. Sie betrachten „Antisemitismus als eine Selbst – und Weltsicht, in der die Identität eines Ich und Wir in ein Weltverständnis integriert ist, in dem die angeblichen Übel ´unserer` Welt den `Juden` zur Last gelegt werden.“ So allgemein diese Definition klingt, sie wird sich als sehr hilfreich erweisen.

In der Kritik an Israel spielt dessen Kategorisierung als „zionistisches Projekt“ oder Zionismus eine zentrale Rolle. Darin enthalten sind dann oft Zuschreibungen wie Nationalismus und Kolonialismus bis hin zu Analogien mit dem deutschen Nationalsozialismus. Hier tut Aufklärung not. Und die bieten Holz/Haury in ihrem spannenden und gut lesbaren Kapitel über „Die zionistische Bewegung, ihre Gegner und ihre Feinde“. Es gab und gibt nicht den Zionismus, vielmehr gab es Fraktionen und Ambivalenzen und scharfe jüdische Kritiker des Zionismus, alle aber letztlich verbunden in der Sehnsucht und dem Willen, als Juden ohne Verfolgung, Missachtung und Pogrome frei leben zu können. Aber auch bei den Antisemiten, die genau das nicht zulassen wollten, gab es unterschiedliche, sich aber nicht widersprechende Reaktionen auf den Zionismus. Da gibt es einerseits Sympathien für den Zionismus, um „die Juden“ aus Deutschland vertreiben zu können, andererseits aber das Fantasma einer Weltverschwörungszentrale in einem Judenstaat in Palästina. Manches davon ist immer noch wirksam.

Die weiteren ausführlichen sechs Kapitel des Buches seien nur kurz aufgezählt. Gemäß dem theoretischen Ansatz von Holz/Haury orientieren sie sich „an der Divergenz der Selbstbilder“: postnazistische Antisemitismus, Antisemitismus von links, Islamismus, Antirassismus, Christen für und wider Israel, Neue Rechte.

Das Buch ist im ganzen so materialreich und reflektiert auch in den eigenen Prämissen, dass seine nicht ohne Anstrengungen zu bewältigende Lektüre helfen kann, die gewiss auch in Zukunft immer wieder aufwallenden Auseinandersetzungen tiefer zu verstehen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass die Kontrahenten gemeinsam in Lesekreisen (die ja eine gute Tradition haben) dieses Buch studieren und diskutieren. Ein frommer Wunsch? Warum nicht, denn wenn es um Israel geht, verhandeln wir im Kern unsere uns aufgetragene Verantwortung für das Gedächtnis der Shoah.

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Sechstagekrieg

[2] https://www.ev-akademiker.de/resolution-zum-konfliktfeld-israelkritik-und-antisemitismusvorwurf/

[3] https://www.evangelische-aspekte.de/israelkritik-und-antisemitismus-vorwuerfe/

[4] Verleger Eberhard Hirschler ist aktives Mitglied in der Evangelischen Akademikerschaft, s.o.

[5] Matthias Kröger kann sich gegen diese Vereinnahmung nicht wehren, er starb vor wenigen Monaten. Ich habe als einer seiner Studenten in den siebziger Jahren jedenfalls nichts annähernd Vergleichbares von ihm gehört.

[6] Z.B. in „Religionen für Gerechtigkeit in Palästina-Israel“ Hrsg.: Ulrich Duchrow und Hans G. Ulrich, LIT Verlag Berlin 2017

[7] https://www.welt.de/politik/deutschland/plus176514216/Christlicher-Antisemitismus-Mit-der-Bibel-gegen-Israel.html??notify=success_subscription,

auch hier: https://www.pro-medienmagazin.de/alan-posener-christlicher-antisemitismus-in-der-kirche/. Materialreicher hier: https://www.mena-watch.com/ein-deutscher-theologe-im-kampf-gegen-die-juedische-herrschaftsgruppe/  Einzelne verbal radikale Zuschreibungen in diesem Text halte ich allerdings für unangemessen.

[8] Siehe Duchrow, am oben angegebenen Ort S.177

[9] siehe Duchrow am oben angegebenen Ort S. 123.

[10] https://kairoseuropa.de/wp-content/uploads/2020/07/KPS-AufrufUnterst%C3%BCtzer-Schrei-nach-Hoffnung.pdf

Foto: Aufnahme vom 10.10.2019 bei der Mahnwache in Hannover gegen Antisemitismus nach dem Anschlag in Halle 

Bildquellen

  • dav: Bernd Schwabe in Hannover, CC BY-SA 4.0 , via Wikimedia Commons

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1 Comment

  1. Man kann nur zustimmen, erschrocken und empört. Dann aber in die Analyse: Was sind die spezifisch “linken” Motive im Antisemitismus gegen Israel? Ich bin gespannt auf eine Fortsetzung.

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